Fortuna Emsdetten e.V.

Fortuna Emsdetten

„Wir nehmen unsere Rolle gern an“

Fortuna im Aufwind

Vom 26.07.2019 22:48 Uhr - Quelle: Emsdettener Volkszeitung

Läuft da, bei Fortuna. Diesen Eindruck gewinnt man, wenn man zum Platz an Lange Water kommt. Die drei Seniorenteams haben picke-packe-volle Kader. Zur neuen Saison gibt es auch wieder zwei Frauen-mannschaften. Auch die Jugend ist von der A I bis zu den Minis komplett.

Vor Kurzem sorgten die Fortunen zudem mit dem Testspiel Emsdetten United – ein Team mit Kickern aus allen drei Dettener Fußball-Klubs – gegen den Drittligisten SC Preußen Münster vor über 1000 Zuschauern für ein Highlight im hiesigen Sportkalender. Der Eindruck drängt sich auf: Läuft da, bei Fortuna.

Die EV sprach mit zwei – von ganz vielen – Protagonisten, die aktiv am Aufschwung des kleinsten Emsdettener Fußballvereins mitarbeiten: Vorsitzender Stefan Schmiemann und Erkan Saritekin, seit diesem Jahr Sportlicher Leiter der Fortuna.

Stefan, Erkan – was macht Fortuna Emsdetten aus?

Stefan Schmiemann: Fortuna ist kein normaler Verein. Wir sind der kleinste Fußball-Verein in Emsdetten – und wir nehmen diese Rolle gern an.

Erkan Saritekin: Fortuna – das ist so familiär. Das kannte ich bisher so nicht.

Fortuna hat guten Zulauf. Wie viel Mitglieder hat der Klub?

Schmiemann: 517 sollen es aktuell sein. Ich weiß aber nicht, ob da schon alle, die jetzt im Sommer zu uns gekommen sind, eingerechnet sind.

Die Kader sind, so scheint es, voll.

Saritekin: Wir haben jeweils 25, 26 Spieler im Kader der 1. und 2. Mannschaft sowie circa 40 Namen auf der Liste für die 3. Mannschaft.

Zudem werden in der Saison 2019/20 auch wieder zwei Frauenmannschaften am Spielbetrieb teilnehmen, die Zweite allerdings als Neuner-Mannschaft.

Wo kommen die Fußballerinnen her?

Saritekin: Wir haben 2017 unsere Frauen an den SC Preußen Borghorst verloren. Die sind jetzt mit den Bedingungen in Borghorst nicht mehr einverstanden, haben bei uns angefragt und wir haben sie gerne wieder aufgenommen. Die 2. Frauen setzt sich zu einem großen Teil aus ehemaligen Borussen-Spielerinnen zusammen. Das waren erst 15, sind jetzt schon 17. Trotzdem sollen sie erst einmal als Neuner-Team starten.

Schmiemann: Dass wir wieder Frauen-Teams haben, ist auch gut für unsere weibliche Jugendmannschaft, die in dieser Saison erstmals wieder am Spielbetrieb teilnimmt. So haben die Mädels eine Perspektive.

Wie schaut es denn im männlichen Jugendbereich aus?

Schmiemann: Wir haben eine A-Jugend, zwei B-Juniorenteams, je eine C- und D-Jugend, bei den E- und F-Junioren haben wir jeweils zwei Teams, eine Minikicker sowie eine Spielgruppe. Besonders stolz sind wir darauf, dass alle Teams bis runter zur D-Jugend von C-Lizenz-Trainern, die aus den eigenen Reihen kommen, betreut werden. Die Jungs machen das gut, sind echt motiviert.

Läuft bei Fortuna.

Schmiemann: Ja, aber das ist nur eine Momentaufnahme. Wir müssen durchgehend Gas geben, müssen mit den Kleinsten anfangen und müssen die Eltern mitnehmen. Das ist unsere Philosophie.

Mitte Juni war Fortuna Gastgeber und Initiator der Partie Emsdetten United gegen Preußen Münster. Auch das war gut fürs Vereins-Image, oder?

Saritekin: Es waren gut 1000 Zuschauer da – toll. Besten Dank hier noch mal an Alex Medina, der ganz viel Arbeit in dieses Vorhaben investiert hat.

Und die Jungs auf dem Platz haben sich super verkauft, haben gegen die Preußen lange ein 1:1 gehalten. Obwohl sie vorher nur einmal gemeinsam trainiert hatten.

Schmiemann: Sensationell war, was unsere Fortuna-Ultras da gebracht haben. Die sind vorher auf den Vorstand zugekommen, wir haben uns abgesprochen und den Jungs einen Hänger ans Spielfeld gestellt. Die Choreografie, die die gut 100 Ultras da geboten haben, hat alles übertroffen, was wir erwartet hatten. Malte Metzelder, der Sportliche Leiter der Preußen, hat mich gefragt: „Wo habt ihr die Jungs her? Die habt ihr doch bezahlt?“

Saritekin: Haben wir definitiv nicht. Aber die Jungs sind auch am nächsten Tag zum Platz gekommen und haben alle Schnipsel, die sie verteilt haben, weggemacht.

Geht es denn jetzt auch sportlich mit Fortuna aufwärts?

Schmiemann: Ziel ist es, dass die 1. Mannschaft über kurz oder lang in der Kreisliga A spielt, die Reserve in der B-Liga und die Dritte weiterhin in der C-Liga. Zudem ist es wünschenswert, dass A I, B I, C I und D I in der Kreisliga A kicken.

Saritekin: Wir wollen im Seniorenbereich dahin, dass es wieder Derbys mit Borussia II und Emsdetten 05 II in der A-Liga gibt.

Fortuna I gilt aufgrund der aktuellen Verstärkungen in der kommenden Saison als Aufstiegs-Favorit in der B-Liga 1.

Schmiemann: Ich war beim Testspiel und habe nachher den einen oder anderen Spieler gefragt: Was willst du in der kommenden Saison? Ich habe immer die Antwort bekommen: „Aufsteigen!“ Ich betone aber: Wir müssen nicht rauf.

Saritekin: Wir haben acht neue Spieler, alle von 05, geholt. Es war gar nicht so schwer, die Spieler zu überzeugen. Die Anlage, die Kabinen, die Trainingsbedingungen – alles ist super bei Fortuna. Auch der Rahmen passt.

Sind denn alle Zugänge spielberechtigt?

Saritekin: Alle sind spielberechtigt. Auch die Frauen, die von Borussia und aus Borghorst zu uns gekommen sind.

Musste Fortuna viel an Ausbildungs-Entschädigung, sprich „Ablöse“, an 05 zahlen?

Schmiemann: Letztlich für zwei der acht Spieler. Wir haben uns mit 05 geeinigt. Kein Problem. Ohnehin habe ich mich vor Kurzem mit Corinna Holtz (05-Vorsitzende/d. Red.) und Henrik Helmer (Borussia-Vorsitzender/d. Red.) getroffen. Wir wollen die Kontakte untereinander weiter ausbauen.

Noch mal: Was macht Fortuna aus?

Schmiemann: Ich gebe mal ein Beispiel: Am Freitag, 2. August, hat unsere 1. Herren das Kreispokalspiel auf Lange Water gegen Borghorst. Danach hat unsere neue Frauen-Mannschaft alle Seniorenteams zum Essen ins Vereinsheim eingeladen. Das ist Fortuna!

Bericht mit freundlicher Genehmigung der Emsdettener Volkszeitung.