Fortuna Emsdetten e.V.

Fortuna Emsdetten

Jannik Borgmann hat‘s gepackt!

Fußballprofi aus Detten: Von Lange Water über den Teekotten und die Bremer Brücke an die Hammer Straße

Vom 02.01.2019 15:29 Uhr - Quelle: Emsdettener Volkszeitung

Viele Kinder träumen davon, einmal Fußballprofi zu werden. Die allerwenigsten schaffen es. Aus Emsdettener gab es vor längerer Zeit einmal den Borussen Franz-Josef Schmedding, in jüngerer Zeit den 05er Dario Vujicevic. Für alle anderen war spätestens in der Regionalliga Schluss. Seit dieser Saison aber gibt es auch einen Ex-Fortunen mit Profi-Vertrag: Jannik Borgmann ist Stammspieler bei Preußen Münster in der 3. Bundesliga.

Und steht damit – wie alle anderen auch – mehr als verdient auf der Vorschlagsliste bei der Wahl zu Emsdettens Sportler des Jahres 2018.

Seine Cousins Sven und Robin Brüning, die heute noch für Fortuna Emsdetten am Ball sind, waren in frühester Jugend seine Vorbilder, also zog es auch ihn zu Fortuna. Zumal Vater Maik Borgmann dort sein erster Trainer war.

Früh zeigte sich, dass Jannik Borgmann mehr drauf hatte, als seine Teamkollegen. Keiner schoss so viele Tore für seine Mannschaften wie Jannik Borgmann. Über die Jahre hinweg hatten die Trainer Sven Brüning, Thomas Poggemann, Carlo Löhring, Frank Krühler und Jörg Büchter ihre helle Freude an dem Offensivspieler.

Der vielleicht entscheidende Schritt in seiner Karriere war schließlich der Wechsel zu Borussia Emsdetten in der C-Jugend, die damals von Ludger Hermeling und Hans Gedenk trainiert wurde. „Wir haben damals in der Aufstiegsrunde knapp den Sprung in die Bezirksliga verpasst. Ludger Hermeling, der den U 15-Trainer des VfL Osnabrück, Michael Bürgel, gut kannte, hat mir geraten, es doch einmal dort zu versuchen“, erläutert Jannik Borgmann, warum er den Sprung zu einem Profiverein wagte.

Bis zur A-Jugend war er in Osnabrück aktiv, fühlte sich dann nicht mehr wirklich wohl an der Bremer Brücke und wechselte an die Hammer Straße nach Münster. „Die 1. Mannschaft der Preußen war für mich damals wirklich weit entfernt. Ich habe zwei Jahre unter Sören Weinfurter in der 2. Mannschaft gespielt“, erklärt Borgmann. Dort wurde er perfekt gefördert, Weinfurter öffnete für Borgmann praktisch die Tür zu den Profis. „Ich durfte öfter mittrainieren“, blickt Borgmann zurück. Bis ihm der Verein im Frühjahr einen Profi-Vertrag anbot.

Einen Profi-Vertrag zu haben und Stammspieler zu sein – das sind aber zwei völlig verschiedene paar Schuhe. Jannik Borgmann gab sein Drittligadebüt, als er noch in der Saison 2017/18 gegen Wehen-Wiesbaden eingewechselt wurde.

„Das war schon sehr ungewohnt. Das Tempo ist in der 3. Liga viel höher, die Gegenspieler haben eine ganz andere Qualität“, musste sich der Emsdettener erst einmal in der neuen Liga zurechtfinden.

„Damit, dass ich in dieser Saison schon Stammspieler werden würde, hatte ich überhaupt nicht gerechnet“, kam der Karrieresprung für Borgmann, der mittlerweile vom Stürmer zum linken Innenverteidiger umgeschult wurde, überraschend. Am 3. Spieltag in Kaiserslautern stand Borgmann erstmals in dieser Saison auf dem Platz, sicherte sich mit einer Top-Leistung einen Platz in der Startformation der Preußen, für die er mittlerweile unter Trainer Marco Antwerpen 16 Drittligaspiele bestritten hat.

Dem Coach ist der 21-Jährige sehr dankbar: „Es macht Spaß mit ihm zu arbeiten, er geht gut mit den Spielern um, redet viel mit ihnen. Und er achtet bei der Aufstellung der Mannschaft nur auf Trainingsleistungen.“ Und da ist Jannik Borgmann steht‘s einer der Fleißigsten.

Von den Sturm in die Viererkette rückte Jannik Borgmann übrigens schon in Osnabrück. „Das ist ja nicht ungewöhnlich, das geht vielen so. Auch Mats Hummels war ja mal Stürmer“, sagt Borgmann und ist froh, dass es auch bei ihm so gekommen ist: „Das ist das Beste, was mir passieren konnte.“

Gegen die Bälle tritt Jannik Borgmann an der Hammer Straße in Münster, zu Hause ist er aber nach wie vor auch auf den Emsdettener Fußballplätzen. „Ich habe immer noch Kontakte zu meinen früheren Mitspielern und bin beispielsweise mit Jost Meinigmann und Merlin Heinz gut befreundet. Da wir meist samstags spielen, schaue ich mit sonntags gerne die Heimspiele der Borussen an. Oder ich schaue meinen Cousins auf Lange Water zu“, beschreibt Jannik Borgmann seinen Bezug zur Emsdettener Fußballszene.

Vom B-Ligisten Fortuna in die 3. Bundesliga, was ist noch drin für den ehrgeizigen Emsdettener? „Mein Traum ist es, einmal in England in der 1. oder 2. Liga zu spielen. Ich war kürzlich dort und habe das Spiel zwischen Liverpool und Newcastle gesehen. Auf der Insel wird Fußball noch mal ganz anders gelebt, hat eine noch höhere Bedeutung als hier.“

Erst einmal aber hat Jannik Borgmann noch seinen Vertrag bei Preußen Münster, der bis 2020 läuft. Klappt‘s denn da irgendwann doch noch mit dem Aufstieg in die 2. Liga? „Es ist jedenfalls viel Potenzial da. Ich würde mir den Aufstieg für den Verein und die Stadt wünschen.“ Und vielleicht schießt ja Jannik Borgmann das entscheidende Tor, das den Preußen den Weg nach oben ebnet.

Einen Drittligatreffer hat er schon auf seinem Konto, köpfte gegen Energie Cottbus den Treffer zum 3:0. Das Stürmen hat Jannik Borgmann also auch noch nicht verlernt.

Diese Woche starten die Preußen wieder ins Training, den Abend des 12. Januar aber hält sich Jannik Borgmann vorsichtshalber frei. Damit er im Falle des Falles bei Sportissimo auf der Bühne die Ehrung entgegennehmen kann, wenn er einen der ersten drei Plätze bei der Wahl zu Emsdettens Sportler des Jahres erreicht. Es wäre das i-Tüpfelchen auf einem in sportlicher Hinsicht schon jetzt optimalen Jahr für Jannik Borgmann.


Die Teilnahme an der Abstimmung ist noch bis zum 6. Januar möglich: Sportlerwahl 2018

Bericht mit freundlicher Genehmigung der Emsdettener Volkszeitung.