Fortuna Emsdetten e.V.

Fortuna Emsdetten

„Fortuna ist eine echte Familie!“

Vom 05.07.2018 15:29 Uhr - Quelle: Emsdettener Volkszeitung
Mannschaften: 1. Mannschaft, 2. Mannschaft, 3. Mannschaft

Am Dienstag um 19 Uhr startete der B-Ligist Fortuna in die Saison-Vorbereitung. Trainer Jens Niethmann und Frank Feldmann (Trainer der Reserve) begrüßten mehr als 30 junge Fußballer auf dem Sportgelände Lange Water, in den ersten Einheiten werden alle Seniorenspieler und auch A-Jugendliche gemeinsam aktiv sein, ehe es so langsam an die Kaderbildungen geht.

Vor den Kabinen wurde ein wenig geflachst, dann wurde es ernst, die Trainer baten zu einem Ausdauerlauf, bei noch knapp 30 Grad gleich eine Strapaze. „Wir laufen die große Runde, über den Holhorst, über den Vennweg. Diese Strecke laufen wir auch im Winter oftmals bei schlechten Platzbedingungen, denn diese Strecke ist sehr gut ausgeleuchtet“, sagte Coach Frank Feldmann. Nach gut 30 Minuten kehrten die Fußballer zurück, das weitere Training mit dem Ball war schon deutlich angenehmer.

„Fortuna ist eine echte Familie!“

Der neue Vorsitzende Stefan Schmiemann. „Die Identifiiation muss von allen stets gelebt werden“

Zu Beginn dieses Jahres gab es einen Wechsel an der Vorstands-Spitze bei Fortuna Emsdetten, Stefan Schmiemann übernahm den Posten des 1. Vorsitzenden von seinem Vorgänger Michael Aupke. Stefan Schmiemann ist 51 Jahre alt, beruflich als Polizist engagiert.

Bei einer Tasse Kaffee mit EV-Mitarbeiter Ferdi Recker sprach der neue Vorsitzende über seine Motivation, über die sportlichen Ziele der Fortunen, über eventuelle Konkurrenzgedanken, und natürlich kurz auch über die aktuelle Fußball-WM in Russland. Dabei wich Stefan Schmiemann keiner Frage aus, die Antworten kamen „wie aus der Pistole geschossen“. Der neue Chef der Fortunen weiß genau, was er und seine Vorstandskollegen mittelfristig auf Lange Water erreichen wollen, machte diese Vorstellung auch den aktiven Spielern nach Ende der ersten Trainingseinheit beim Grillabend in einer kurzen Ansprache deutlich.

Ehrenamt, das ist heute eine schwere Sache, kaum jemand ist dafür bereit. Woher nimmt Stefan Schmiemann seine Motivation?

Ich nehme meine Motivation aus der Tatsache, dass ich seit jungen Jahren ein Fortune bin, auch immer ein Fortune bleiben werde. Ich sehe es als meine Pflicht an, dem Verein etwas von dem zurückzugeben, was mir der Verein Fortuna Emsdetten in all den Jahren gegeben hat.

Wie sieht denn die sportliche Vergangenheit des neuen Vorsitzenden aus?

Ich habe gespielt in allen Jugendmannschaften, auch in den Senioren noch. Ich war Abwehrspieler, aber allenfalls Mittelmaß, ich war kein guter Fußballer. Ich war auch schon Trainer im Jugend- und Seniorenbereich. Ich kann schon sagen, dass ich diesen Verein gut kenne.

Wie ist denn die aktuelle Mitgliederzahl?

Derzeit haben wir 560 Mitglieder, freuen uns zuletzt über ein leichten Anstieg. Wir haben eine dritte Mannschaft neu, wir haben eine Mädchenmannschaft neu und verzeichnen auch bei der A-Jugend einen kleinen Zulauf. Wir sind aktuell zufrieden.

Was möchte denn der neue Vorsitzende kurzfristig bei Fortuna erreichen?

Kurzfristig kann man in einem Sportverein wenig erreichen. Wir haben das Ziel, dass unsere 1. Mannschaft in die A-Liga aufsteigt. Das ist in der kommenden Saison zwar kein Muss, doch es wäre sehr schön, wenn es klappt. Weil das enorm wichtig ist für unseren Gesamtverein.

Und die langfristigen Ziele bei Fortuna?

Wir streben eine noch engere Bindung und Verzahnung zwischen Senioren- und Jugendabteilung, wollen unseren Nachwuchsspielern eine gute Perspektive aufzeigen, dass es sich lohnt, auch nach der Jugendzeit bei Fortuna Emsdetten aktiv zu sein. Doch als Vorstand wollen und werden wir alle Mannschaften des Vereins stets im Blick haben.

Was läuft denn richtig gut bei Fortuna?

Die Identifikation unserer Mitglieder mit dem Verein ist wirklich vorbildlich. Wenn ich sehe, wie viele ehemalige Fortunen-Spieler jetzt in der neuen dritten Mannschaft wieder auftauchen, dann ist das ein klarer Beweis.

Und wo drückt der Schuh?

Wie gesagt, es ist gar nicht gut, dass unsere höchste Mannschaft nur in der B-Liga spielt. Und auch der Abstieg der Reserve in die C-Liga schmerzt. Wir müssen intensiv daran arbeiten, sportlich ein wenig besser dazustehen.

Damit als Konkurrenz zu Borussia und 05 II?

Konkurrenz-Gedanken habe ich keine. Wir sind der kleinste Fußballverein in Emsdetten und fühlen uns wohl in dieser Rolle. Denn diese Rolle ist uns wie auf den Leib geschnitten. In dieser Rolle leben wir gern.

Also – die sportlichen Ziele stehen klar fest?

Ja, wir müssen mittelfristig mit der I. und II. Mannschaft jeweils eine Liga hoch, das ist ganz wichtig, auch beim Thema Perspektive für die jungen Spieler. Schön wäre es, wenn diese Aufstiege bald gelingen, doch wir üben da überhaupt keinen Druck auf Trainer und Spieler aus. Ich habe heute den Aktiven nach Trainingsende erklärt, was der Vorstand von ihnen erwartet. Und mir von den Spielern gern angehört, was sie vom Vorstand erwarten.

Was ist denn die Hauptaufgabe eines Vorsitzenden?

Es geht stets um die Vereins-Interessen, nicht um meine oder um die Interessen des Vorstandes. Jeder Fußballer bei Fortuna – von der F-Jugend und deren Eltern bis hin zu den Alten Herren – muss genau wissen, wer im Vorstand in welcher Position tätig ist. Wir sind zwar klein, doch wir sind bei Fortuna eine echte Familie.

Wie hält man junge Spieler bei Fortuna, wie begeistert man neue Spieler für einen Wechsel zu Fortuna?

Natürlich geht es bei uns auch um Leistung, doch viel mehr müssen wir immer das Besondere bei Fortuna Emsdetten in den Mittelpunkt der Gespräche stellen. Sportlicher Erfolg ist zwar eminent wichtig, doch sportlicher Erfolg ist nicht alles in einem Verein. Das Umfeld ist wichtig, jeder muss jedem helfen, jeder soll sich wohl fühlen in diesem Verein. Der Zusammenhalt ist mir ganz wichtig, die Identifikation mit dem Verein muss gelebt werden.

Fußball-Weltmeisterschaft in Russland, das deutsche Team musste schon nach der Vorrunde nach Hause in den Flieger, was sagt der Fortunen-Chef dazu?

Das frühe Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft ist doch völlig verdient, weil unsere Mannschaft in keinem der drei Vorrundenspiele überzeugend auftrat. Das war in allen Bereichen einfach schwach. Eine Mannschaft ohne Teamgeist und ohne Willen. Ich war vom Auftritt der Mannschaft sehr enttäuscht, doch das waren wohl alle Fans.

Deutschland ist gescheitert, wer wird denn Fußball-Weltmeister 2018?

Das ist immer noch eine schwere Frage. Doch ich würde es nach den bisherigen Eindrücken den Kroaten gönnen, weil dieses Team alles auf den Platz bringt, was wir alle in der deutschen Mannschaft vermisst haben.

Bericht mit freundlicher Genehmigung der Emsdettener Volkszeitung.

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