Fortuna Emsdetten e.V.

Fortuna Emsdetten

An der Sensation geschnuppert

Erst durch zwei Tore in der Schlussphase setzt sich Preußen Münster mit 3:1 gegen Emsdetten United durch

Vom 16.06.2019 11:23 Uhr - Quelle: Emsdettener Volkszeitung

Das hatte sich Preußen Münster wohl ganz anders vorgestellt. Das erste Testspiel des Drittligisten nach der Sommerpause wäre am Samstag im Stadion West fast in die Hose gegangen. Bis zur 80. Minute hielt „Emsdetten United“ mit Spielern aller drei Emsdettener Vereine ein 1:1. Die Sensation war greifbar nah.

Und wäre nicht einmal ganz unverdient gewesen. Zwar dominierten die Preußen 90 Minuten lang, zwar waren sie fußballerisch selbstverständlich das klar bessere Team. Aber die vereinigten Emsdettener setzten unglaublich viel Leidenschaft dagegen. Sie machten die Räume ganz eng, scheuten keinen (fairen!) Zweikampf und ließen dem Drittligisten bis auf eine Ausnahme keinen Zentimeter Raum.

Allerdings machten es die Preußen den Emsdettenern auch teilweise leicht. Viel zu selten probierte es der Drittligist mal über die Flügel. Vielleicht aber auch deshalb, weil die Münsteraner bei Eckbällen erkennen mussten, dass Emsdetten United im Strafraum eindeutig die Lufthoheit hatte.

Fast hätten sich die Emsdettener auch noch für ihr leidenschaftliches Engagement belohnt. In der 65. Minute zog Marius Klöpper einen Spurt von der Mittellinie aus an, war viel zu schnell für Simon Scherder, der ihn erst im Strafraum stellen konnte, indem er Klöpper von den Beinen holte. Schiri Phillipe Najda erkannte sofort auf Elfmeter, beließ es in diesem Freundschaftsspiel vernünftigerweise aber bei einer Gelben Karte für Scherder. Zum Elfmeter trat Hendrik Ohde an, versenkte den Ball unhaltbar unten links zum viel umjubelten 1:1-Ausgleich.

In einem Meisterschaftsspiel hätte der vielleicht Bestand gehabt, denn das hätten die Preußen nach dieser Szene in Unterzahl zu Ende bringen müssen. So aber erhöhten sie noch einmal den Druck. Benötigten aber eine Einzelaktion, um in der 80. Minute erneut in Führung zu gehen: Seref Özcan schlug am 16-Meterraum einen Haken, erwischte dann den gerade eingewechselten, noch kalten Keeper Marvin Feld mit einem platzierten Flachschuss. Als Lucas Cueto vier Minuten später per Fernschuss die Latte traf, rückten die Emsdettener danach ein einziges Mal zu weit auf, verloren den Ball – wie so oft – im Aufbau, und Kevin Rodrigues Pires hatte freie Bahn, mit dem 3:1 für die Entscheidung zu sorgen.

Vor der Pause hatten die 1000 Zuschauer bereits ein Spiel auf ein Tor gesehen, in dem ein aufmerksamer Pascal Göcke hinter einer kaum etwas zulassenden Defensive die Preußen verzweifeln ließ. Nur als sich Ugur Tezels 16-Meter-Schuss in der 27. Minute plötzlich ganz merkwürdig senkte, musste Göcke hinter sich greifen. Seine beste Tat zeigte er elf Minuten später, als er bei einem Flachschuss von Luca Schnellbacher aus acht Metern blitzschnell am Boden war und den Ball unter sich begrub. Nur 0:1 zur Pause, schon da waren die Emsdettener Zuschauer aus allen drei Vereinen tief beeindruckt.

Beeindruckend aber war auch die Unterstützung (beider!) Teams durch die Fortunen-Ultras. Die hatten extra einen LKW-Auflieger als improvisierte Tribüne auf die Gegengerade gestellt, sorgten vor und während der Partie, aber auch noch bei der „Humba“ mit den Spielern nach dem Spiel für eine Atmosphäre wie in einem Bundesligastadion.

Was der 120-köpfige Unterstützerkreis der Fortunen auf die Beinen stellte, war mehr als eindrucksvoll. „Das gibt es bei den beiden anderen Emsdettener Fußballvereinen nicht“, wunderte sich ein Zuschauer, dass ausgerechnet der kleinste der drei Klubs einen so lautstarken und fantasievollen Anhang an.

„Das Wetter hat heute gestimmt, das Ergebnis ist aus Emsdettener Sicht überragend“, freute sich Fortunas 1. Vorsitzender Stefan Schmiemann nach dem Spektakel. Das Stadion West erlebte im 30. Jahr seines Bestehens das bisher größte Event. Und wenn man den Stimmen nach dem Spiel glauben darf, wird so mancher, der Samstag zum ersten Mal das Fortunenstadion besucht hat, nicht zum letzten Mal dort gewesen sein. Und die Preußen? Waren sehr nette Gäste, dürfen nächstes Jahr gerne wiederkommen.

Bericht mit freundlicher Genehmigung der Emsdettener Volkszeitung.